Gefahrenlisten

Die Gefahrenliste ist ein in vielen Anwendungsgebieten bewährtes Werkzeug um Wissen über mögliche Gefährdungen, Ursachen und Folgen effektiv zu managen und so Risiken schnell und systematisch zu erkennen. Die Begriffe „Risikocheckliste“,“Risikoliste“, „Fehlerliste“ oder „Gefährdungsliste“ werden synonym zu dem hier verwendeten Begriff „Gefahrenliste“ verwendet.

Gefahrenlisten sind Checklisten bereits bekannter Risiken aus ähnlichen oder früheren Problemstellungen. Anhand dieser Checklisten kann ein Bereich/Produkt auf mögliche Risiken abgeklopft werden. In diesem Artikel wird erklärt, wie ein effektives Management dieser Gefahrenlisten aufgebaut werden kann.

Gefahrenlisten sehr einfach zu handhaben und bieten einen enormen Nutzen bei der Risikoidentifikation, weshalb ihr Einsatz hier praktisch schon obligatorisch ist. Die Nutzung von Gefahrenlisten wird deshalb auch von Seiten vieler Zulassungsbehörden, Zertifizierungsstellen etc. eingefordert.

Damit Risiken vermieden und reduziert werden können müssen sie zuerst identifiziert werden. In Gefahrenlisten werden mögliche Risiken gesammelt und strukturiert. Diese stellen eine sich weiterentwickelnde Wissensbasis für die Risikoidentifikation dar. Gefahrenlisten müssen durch jedes Unternehmen angepasst werden.

Ein Ausschnitt aus einer sehr simpel strukturierten Gefahrenliste für die Metall verarbeitenden Industrie hier dargestellt:

Fehlerursachen – Was führt zu einem Fehler?

Ablauf unklar, Abstand, Abnutzung, Alterung, Änderungshäufigkeit, Anschluss, Ausbau, Ausbildung, Auswechselbarkeit

Fehlerart – Wie äußert sich ein Fehler?

abgebrochen, lose, verklemmt, abgefallen, feucht, abgenutzt, flattert, schief, verschieden abgezogen, missverständlich, schlecht zu sehen, verschlissen

Fehlerfolgen – Was sind die Folgen des Fehlers

Abblättern, Ablagerung, Ärgernis, Aufladung, Aussetzer, außer Toleranz, Austauschbarkeit

Gefahrenlisten sind die Wissensbasis zur Risikoidentifikation. Dabei muss einerseits beurteilt werden, ob Risiken, die in einer Checkliste enthalten sind zutreffen aber auch, ob neue, noch nicht erfasste Risiken bestehen. In der Theorie wird streng zwischen neuen und bekannten Risiken unterschieden. In der Praxis ist diese Unterscheidung weniger scharf. Es gibt keine Gefahrenliste, die bereits hunderprozentig zu dem Problem passt, in sofern werden Gefahrenlisten oft nur als Denkanstoss genommen. Man sollte vermeiden, dass die Risikoidentifikation zu einem stupiden Abhaken der einzelnen Punkte auf einer Gefahrenlisten wird. Die Identifizierung ist ein kreativer Prozess, die Kommunikation im Team spielt hier oft eine große Rolle.

Gefahrenlisten dienen hauptsächlich dazu, das Wissen bezüglich der Ursachen und Fehler über ein Produkt/Problem hinaus zu nutzen. In Unternehmen treten immer wieder vergleichbare Fragestellungen auf. Durch Gefahrenlisten können die Erfahrungen aus vorangegangenen Analysen genutzt werden. Damit dies möglich ist müssen Gefahrenlisten sinnvoll strukturiert werden. So können separate Gefahrenlisten nach unterschiedlichen Produktgruppen/Märkten/Materialien etc. geführt werden. Gefahrenlisten können separate Einträge für Ursachen, Fehler und Folgen oder eine andere geeignete Kausale Klassifikationen enthalten. Diese Gefahrenlisten werden dann einerseits zur Risikoanalyse genutzt aber durch diese bei Bedarf auch ergänzt und verändert. Risikomanagement-Softwarewerkzeuge enthalten oft integrierte Module zur Verwaltung von Gefahrenlisten. Insgesamt empfiehlt es sich entsprechende Strukturen im Unternehmen aufzubauen. Im einfachsten Fall kann dies durch eine Exceltabelle geschehen. Ein Beispiel für ein Gefahrenlisten-System wird hier gezeigt.

Gefahrenlisten sind oft Bestandteil technischer Normen. Gute allgemeine , branchenunspezifische Gefahrenlisten finden sich bei risknet unter Wissenspool/Download. Aus dieser Quelle stammt auch die Checkliste für IT-Risiken in Form einer Mindmap.

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